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Chronik zum Vereinsjubiläum 2004  (von Paul Eirenschmalz)

 

Wenn auch das Vorwärtsdenken viel wichtiger ist als im Vergangenen herumzurühren, so ist es die Vereinsgeschichte des TTC doch Wert, eine kleine Rückschau zu halten.

 

Man könnte zu diesen chronistischen Betrachtungen auch die Überschrift wählen:
„Vom belächelten kleinen Dorf-Anfängerverein bis zum Deutschen Meister".

Vor 50 Jahren zur Zeit der Gründung des Vereins 1954 besaß derTischtennissport besonders in ländlichen Gebieten keine hohe Popularität. Im Bereich der vergleichbar kleinen Nachbarorte gab es praktisch keine Vereine, welche dem Tischtennissport „frönten". Nicht unberechtigt schien auch der Ausspruch: „Tischtennis ist das Tennis des kleinen Mannes". Aber gerade hier sieht man den Wandel der Zeit. Der Zugang zum Tennissport war zur damaligen Zeit nicht leicht möglich. Nachdem sich aber heute Tennis fast zum Breitensport entwickelt hat, wenden sich die, die vermeintlich oder zu Recht zur Elite gehören, eher dem Golfsport zu.
Nun aber, nach diesen nicht ganz ernst gemeinten Betrachtungen, welche aber den damaligen Zeitgeist treffen, zurück zu unserem TTC. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis zur Vereinsgründung wurde von der Jugend immer wieder versucht, den allerorts populären Fußballsport zu betreiben, zumal ja überraschend Deutschland im Gründungsjahr des TTC Fußballweltmeister wurde. Dies scheiterte jedoch immer wieder am fehlenden Sportplatz. Trotzdem wurden gelegentlich Freundschaftsspiele gegen Nachbarorte durchgeführt, die aber meist mit hohen Niederlagen endeten. Das Unternehmen Fußball war zur damaligen Zeit gescheitert.

 

 Warum gerade Tischtennis?
Außer einem nach dem l. Weltkrieg gegründeten Radfahrverein, dessen Vereinsstandarte noch heute im Fahnenschrank der Vereine aufbewahrt ist, gab es in Birkland keine Sportvereinstradition. Nachdem zu dieser Zeit die Schaffung eines Fußballplatzes mangels eines geeigneten Grundstücks unmöglich war, kam man zufällig mit unserem Martin Kraus, der in Marktoberdorf wohnte und beim dortigen Tischtennisclub diese Sportart kennen und schätzen lernte, ins Gespräch. Er konnte bei seinem Bruder Xaver und anderen Birkländem für diesen Sport eine gewisse Begeisterung hervorrufen.
Man kam zur Ansicht, dass Tischtennis doch etwas für uns wäre, das man ohne großen finanziellen Aufwand und ohne Sportplatz betreiben könnte. Gab es nicht den Eichwirt und den Neuwirt mit ihren Tanzsälen, welche zur Ausübung dieser Sportart geeignet waren? Es kam zu den ersten zaghaften Trainingseinheiten im Kastaniengarten vom Neuwirt, mit von Schreinerei Frankl selber gebauten Tischtennisplatten.

Die Vereinsgründung
Am 5 März 1954 wurde im Gasthaus Neuwirt durch folgende Tischtennisinteressierte der Tischtennisclub gegründet: Hermann Huber, Martin Kraus, Xaver Kraus, Sebastian Ostenrieder, Lorenz Ostenrieder, Alfred Schuster, Matthäus Volk. Zum ersten Vorsitzenden wurde Matthäus Volk gewählt. Als Spiel - und Sportstätten dienten die Säle der beiden Gaststätten. Oft musste das Training ausfallen oder ein Punktspiel verschoben werden, weil der Saal für diverse Veranstaltungen benötigt wurde.

Am Spielbetrieb der Kreisliga nahm unsere Seniorenmannschaft erstmals 1955/56 mit folgender Aufstellung teil: Willi Zwick, Walter Bernhard (beide Schwabbruck),  Hermann Huber,  Sebastian Ostenrieder, Xaver Kraus und Martin Kraus. Die Punktspiele fanden zum Teil noch am Sonntagvormittag statt, die Anreise zu den Auswärtsspielen erfolgte auch im Winter mit Moped oder Motorrad; dabei wurde die Geschmeidigkeit der Schlaghand bei der Fahrt bis nach Herrsching emorm gesteigert!

Zum Glück für Birkland wurde am heutigen Standort eine neue Schule geplant. Es war aber den Erfordernissen der Schule und den Baukosten entsprechend nur die halbe Unterkellerung des Gebäudes vorgesehen.Wiederum machten sich Xaver Kraus und einige Mitstreiter dafür stark, die ganze Schule zu unterkellern um damit einen Sportraum für die Tischtennisspieler zu schaffen. Nach der Zusage der Sportler, hohe Eigenleistungen zu erbringen, unter anderem die Beseitigung der Ruine des während des Krieges begonnenen Schulhauses, ließ der damalige Birkländer Gemeinderat mit Bürgermeister Johann Kraus dieses Vorhaben verwirklichen. Am 14.12.1963 konnte die Sportstätte unter Beisein des gesamten Gemeinderats und dem Bürgermeister mit einem Freundschaftsspiel  gegen Marktoberdorf seiner  Bestimmung übergeben werden. 1964 wurde eine zweite und 1971 eine dritte Herrenmannschaft zum Spielbetrieb angemeldet.

Unter Abteilungsleiter Karl-Heinz Albrecht wurde der Raum 1984 umgebaut. Der Sportraum wurde vergrößert und Umkleideräume mit Duschen eingerichtet. Wieder war ein großer Schritt für die Attraktivität des Tischtennissports in Birkland getan, es konnte der Sport, wenn auch etwas beengt, fast optimal ausgeübt werden.

 

Der Weg zur neuen Halle
Weil auch Gutes noch besser gemacht werden kann, wurde die dringend notwendige Sanierung des Daches der ehemaligen Schule, die inzwischen als Kindergarten betrieben wird, genutzt, um im Dachgeschoß einen Sportraum einzurichten. Dazu mussten die Decke verstärkt, die Aussenmauem erhöht und ein neuer frei tragender Dachstuhl errichtet werden.
Die Nutzfläche wurde dadurch mehr als verdoppelt. Im Mai 2003 konnte nun eine richtige Sporthalle, in der alle möglichen Sportarten betrieben werden und die auch vom Kindergarten mitbenutzt wird, eingeweiht werden. Offiziell heißt der Bau nun „Haus der Vereine" von Insidern wird sie auch die „Manfred-Roswitha Halle" genannt. Nicht zu Unrecht, denn zusammen mit Gesamtvorstand Willi Buchholz waren Manfred Berchtold und Roswitha Fischer wichtige Motoren und Antreiber dieses Projekts, gerade zu einer Zeit, als die finanziellen Mittel noch zur Verfügung gestellt werden konnten. Aus heutiger Sicht wäre an ein solches Unternehmen nicht mehr zu denken. An dieser Stelle ist der Gemeinde Peiting für die Verwirklichung dieses Projekts höchster Dank auszusprechen.  Inzwischen ist  die  Halle mit  Tischtennis, Kinderfußball, Gymnastik der Damen und Kindergarten so ausgebucht, dass sogar an Vormittagen Übungsstunden eingeplant werden müssen. Im ehemaligen Sportraum sind nun die Birkländer Musikanten untergebracht, wo sie sich wohl fühlen und wie gewohnt ihren Instrumenten wohlklingende Töne entlocken.

 

Gründung der Fußballabteilung
Es blieb nicht allein beim Tischtennisspielen in Birkland. Die frühere Leidenschaft des Fußballspiels, deren Ausübung damals kaum möglich war, erwachte wieder, es wurden Freundschaftsspiele ausgetragen. Initiator dieser Bewegung war Sportkamerad Erich Mayr, der die Gründung der Fußballabteilung 1970 bewirkte, nachdem nach langem Suchen ein Spielplatz beim „Welz" gefunden wurde. Schon 1974 stand dieser Platz nicht mehr zur Verfügung, Erst 1976 konnte ein Platz vom „Eichwirt" gepachtet werden. Da ein längerer Pachtvertrag nicht in Aussicht gestellt wurde, bemühte man sich um einen neuen Platz, der dankenswerter Weise von der Familie Riedl zur Verfügung gestellt wurde, und der heute noch als Trainingsplatz genutzt wird.

Die Fußballabteilung wurde bei ihrer Gründung an den bestehenden TTC angegliedert. Dies war aber auf Dauer keine geeignete Organisationsform. So wurden 1977 die Abteilungen Tischtennis und Fußball gebildet, die dem Hauptsportverein TTC unterstehen.

Der Name für den Hauptverein wurde mit „TTC" absichtlich so belassen, um die Wurzel des Vereins, nämlich Tischtennis, hervorzuheben. Um die persönliche Haftung des Vorstandes für den Verein auszuschließen, wurde eine neue Satzung erstellt und der Verein ins amtliche Vereinsregister eingetragen. Seit 1983 hat die Tischtennisabteilung, der die eifrig trainierenden, hübschen Damen der Gymnastikgruppe unter der Leitung von Roswitha Fischer angegliedert wurden, ein angenehmes Anhängsel.

 

Der neue Fußballplatz
Um einen Sportplatz mit allen notwendigen Einrichtungen erstellen zu können, liefen Verhandlungen mit der Familie Volk, und nach einem notwendigen Grundstückstausch konnte der jetzige Platz für 25 Jahre gepachtet werden. 1977 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, 1979, zum 25 jährigen Jubiläum des TTC, konnte die Sportanlage durch Dekan Josef Schmolz und Bürgermeister Sesar eingeweiht werden.

Der neue Platz ist in erster Linie der Verdienst für das hartnäckige Eintreten des damaligen Fußballabteilungsleiter Erich Mayr und der Unterstützung der TTC Vorstandschaft mit Hauptvorstand Paul Eirenschmalz, 2. Vorstand Franz Schleich, Kassiererin Hanni Kraus und Tischtennisabteilungsleiter Karl-Heinz Albrecht, die in unzähligen Sitzungen die Grundlagen dafür erarbeiteten.

Mit den Eisstockschützen wurde 2002 eine neue weitere Abteilung dem TTC Hauptverein angegliedert. Von dieser sehr rührigen Abteilung mit Abteilungsleiter Richard Pfisterer wurde schon vorab1999/2000 unter großen Eigenleistungen und der Mithilfe der Marktgemeinde Peiting ein schöner Stockplatz erstellt.

Unsere Tischtennisdamenmannschaft behauptet sich gut in der Bayem- bzw Oberbayemliga, die l. Herrenmannschaft spielt seit Jahren in der 3. Bezirksliga, die zwei anderen Herrenmannschaften auf Kreisebene. Unsere Nachwuchsspielerinnen Lisa Berchtold und Miriam Jaser sind Spieler in einer Mannschaft, die den Deutschen Meistertitel der Schülerinnen A errungen hat. Im Nachwuchsbereich sind zwei Mannschaften gemeldet, welche sehr erfolgreich agieren. Leider hapert es etwas mit dem männlichen Nachwuchs. Fußball, Blasmusik und sonstige Interessen scheinen attraktiver.

Alle Abteilungen haben sich durch eine umsichtige Vereinsführung, durch Pflege und Verbesserung der Sportanlagen, sowie eine gute Nachwuchsarbeit ausgezeichnet und für diesen kleinen Ort große Erfolge erzielt. Der Verein ist von ursprünglich 7 Mitgliedern auf nunmehr 432 Mitglieder angewachsen.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass seit Anfang der 80er Jahre ein Spiel- und Sportfest durch den Jugendleiter des Hauptvereins für die Kinder durchgeführt wird. Es wurde immer mehr ausgeweitet, indem die Kinder nach den Wettkämpfen ihr Zelt aufbauen und am Sportplatz übernachten. Den Abschluss bildet ein kräftiges Frühstück am nächsten Morgen. Auch eine von der örtlichen Raiffeisenbank gesponserte Nikolausbescherung für die Schulkinder gehört zum alljährlichen Programm.

In dieser Kurzchronik musste mit Rücksicht auf den Umfang viel Erwähnenswertes weggelassen werden. Besonders schmerzt es, weil viele, die Verdienstvolles für den Verein geleistet haben, nicht erwähnt werden konnten.

Der Verfasser dieser Chronik wünscht dem TTC auch für die nächsten 50 Jahre eine stetige Aufwärtsentwicklung, sportliche Erfolge und eine gute, kameradschaftlich geprägte Zusammenarbeit.

 Paul Eirenschmalz